
Wissensdurst der gestillt werden sollte
Wie kann man eigentlich eine vernünftige wirtschaftliche Kalkulation mit dem Einkaufserlebnis und dem Tier- und Artenschutz verbinden?
In den folgenden Zeilen möchten wir Sie ein wenig an unserer Einstellung und Motivation teilhaben lassen.
Diese durchaus anspruchsvolle Aufgabe lösen wir durch Transparenz, Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Tieren und der Vorstellung, wie wir selbst gerne als Kunden behandelt und beraten werden möchten.
Daraus entwickelte sich die Idee, ein im Herzen des Ruhrgebiets angesiedeltes Fachgeschäft für Terraristik zu eröffnen, welches durch die Auswahl der Mitarbeiter, der Unternehmensstruktur und Atmosphäre, dem Qualitätsanspruch an Produkte, Herkunft und Verbleib der Tiere zusammengefasst werden. Über allem steht immer wieder die Beratung der Kunden und späteren Halter als zentrales Bindeglied.
Terraristik ist kein Hobby für nebenbei . Obgleich Terrarientiere sich -und dies sei auch hier noch mal ausdrücklich erwähnt- nicht zum Kuscheln eignen, ist Terraristik dennoch mehr, als das bloße betrachten der Tiere in einem Glaskasten.
Womit haben wir es eigentlich zu tun?
Viele Arten der Reptilien sind über 10 Millionen Jahre alt. Einige Arten haben sich nachweislich über 100 Millionen Jahre nicht weiter entwickelt. Amphibienarten sind zum Teil noch älter. Zur Terraristik gehören auch die Wirbellosen, die Hundert- und Tausendfüßler, Spinnen und Skorpione. Auch diese Tierarten sind evolutionär wesentlich älter, als wir uns praktisch vorstellen können.
Sie haben in all dieser Zeit meist keine Notwendigkeit gesehen, sich fort zu entwickeln. Dennoch verfügen sie über ausgesprochen interessante Verhaltensweisen, trickreiche Beutesuche, Paarungsrituale und zum Teil sogar Brutpflege.
Dieser kleinen Welt zuzuschauen und dabei eine Ahnung vom Wunder der Natur zu bekommen, ist etwas, was die Faszination Terraristik ausmacht.
Darin liegt auch der Grund, weshalb sehr viele Terrianer komplette Biotope nachbauen -nicht miniaturisiert, sondern einen kleinen Ausschnitt- und deren Terrarienanlagen ganze Räume füllen.
Wir selbst gehören zu solchen Terrianern, die an der Stelle, wo normalerweise ein Wohnsimmerschrank stehen würde, zum Teil ein einziges Terrarium von Wand zu Wand vorzufinden ist. Diese Terrarien entstehen nicht selten aus dieser Faszination an dem Tier, dessen Umgebung bzw. Habitat und dem Wunsch ihm etwas mehr an Grundfläche zu bieten, als die Tierschutzrechtlichen Mindesthaltungsanforderungen vorgeben.
Kinder und Jugendliche bekommen durch die Terrarientierhaltung sehr früh ein Verständnis für die Entstehung von Leben, es artgerecht zu erhalten und auf die Bedürfnisse der Umwelt zu reagieren.
Auch mit eher unbequemen und moralisch dramatischen Themen, wie dem natürlichen Lebensende wird dieser Zielgruppe frühzeitig verständlich gemacht.
Die Lebenserwartung der Terrarientiere liegt zwischen wenigen Monaten bis zu knapp 100 Jahren. Dort ist sehr genau abzuwägen, was einem Kind diesbezüglich zugemutet werden kann.
Die Schildkröte -so schön sie auch sei- kommt "Gott sei Dank" langsam aus der Mode. Der kapitale Fehler, einem Kind eine 75Jahre alt werdende Schildkröte "zu schenken" wird demnach immer seltener gemacht.
Letztlich sollten Kinder und Jugendliche solange es notwendig ist, Ihre Unterstützung als Eltern erhalten, auch in Hinblick darauf, das sie nicht vergessen, das es kein Meerschweinchen oder ein Zwergkaninchen ist, sondern eben ein Terrarientier, welches seinen angepassten Lebensraum innerhalb des Terrariums hat.
Jedoch können auch Sie sich Unterstützung holen. Zum einen stehen wir Ihnen immer wieder gerne zur Verfügung, sofern wir zeitlich nicht verpflichtet sind.
Zum anderen gibt es gerade im Ruhrgebiet eine große Auswahl von Reptilienstammtischen und so genannten Stadtgruppen der DGHT.
Die "Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde" ist seit über einem halben Jahrhundert die Quelle für Fragen rund um die Terraristik bzw. Herpetologie.
Wissenschaftliche Arbeiten zu einzelnen Tierarten, Reisen in die jeweiligen Länder und Kontinente bzw. Habitate, universitäre Forschungsgruppen und vieles mehr spiegeln sich in einer schier nicht endenden Fülle an Informationen, Zeitschriften und Merkblättern wieder.
Die Arbeitsgruppen zu einzelnen Tierarten wie z.B. Warane, Krokodile, Dendrobaten, Amphibien bündeln spezielles Wissen für die jeweilige Spezies. Dahinter stecken Menschen, die zum einen in der Faszination der Themen die Komplexität untersuchen und in Vorträgen zusammenfassen, zum anderen Halter, die sich einfach mit anderen Haltern unterhalten möchten. Dies findet in regelmäßigen Treffen statt, an denen man meistens auch ohne Mitgliedschaft teilnehmen kann.
Unsere festen Mitarbeiter besitzen alle die absolvierte Sachkunde, sind Mitglieder der DGHT, aktiv im Tier- und Artenschutz tätig und halten selber Terrarientiere.
Wir sind Terrianer, die sich ebenfalls von der Faszination und Magie der Terraristik haben einfangen lassen. Daraus entstehen dann auch mal solche Projekte wie eine Reptilienauffangstation, Mitarbeit an wissenschaftlichen Arbeiten, Forschungsprojekte.
Die Mithilfe bei der Vermittlung von beschlagnahmten oder gefundenen Tieren, aktiver Artenschutz durch Unterstützung von Projekten, die eine wirtschaftliche Farmzucht von Terrarientieren in den Herkunftsländern fördert oder die ehrenamtliche Mitarbeit in Internetforen als Moderatoren sind "Auffälligkeiten" die bei uns zu finden sind.
Die Workshops und unsere Vorträge runden dies ab. Auf diesen Workshops bieten wir praktische Erfahrungen zu Themenkomplexen an, die sonst schwer für Anfänger umzusetzen oder aus Literatur abzuleiten sind. Zum Beispiel das sinnvolle und tiergerechte Handling, Nahrung und Futterergänzung, Beleuchtung, Feuchtigkeit, sinnvolle Terrarieneinrichtungen und vieles mehr.

